Das Wehrkraftwerk Albbruck-Dogern am Hochrhein wird in Betrieb genommen

Die Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG investiert 70 Millionen Euro in regenerative Energie aus Wasserkraft.

Regenerative Energie
Die Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG (RADAG) nimmt am 04. Dezember 2009 ihr Wehrkraftwerk mit einer mittleren Leistung von 24 Megawatt in Betrieb.
Das Laufwasserkraftwerk am Hochrhein erzeugt im Alleinbetrieb jährlich rund 180 Millionen Kilowattstunden klimafreundlichen Strom aus regenerativer Energie. Zusammen mit dem bestehenden Kanalkraftwerk liegt die Gesamterzeugung der RADAG künftig bei 650 Millionen Kilowattstunden. Damit können rund 180.000 Haushalte mit CO2-freiem Strom versorgt werden.

Umweltschutzmassnahmen
Mit dem Bau des Wehrkraftwerks leistet die RADAG einen erheblichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Über 4 Millionen Euro hat die RADAG in die ökologischen Aufwertungsmassnahmen investiert.
Durch das Wehrkraftwerk gelangen jetzt bis zu 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Altrheinarm. Diese erhöhte Wasserabgabe wertet die ökologische Qualität des Gewässers erheblich auf. Die angrenzenden Auenwälder werden durchflutet, so bleibt eine einmalige Landschaft mit ausgezeichneten Lebensbedingungen für Flora und Fauna erhalten. Der Eisvogel findet ideale Nistbedingungen an den steilen Uferbereichen. Neue Kiesinseln, Buhnen und Felsblöcke erhöhen die Strukturvielfalt und bieten Rückzugs- und Laichmöglichkeiten für die Äsche und andere heimische Fische.
Kernstück der ökologischen Aufwertungsmassnahmen ist ein naturnahes Umgehungsgewässer, das sogar Lachsen den Aufstieg vorbei am Kraftwerk ermöglicht. Auf 800 Metern schlängelt es sich entlang des Kraftwerks. Seine Gestaltung aus Kiesinseln und Stromschnellen sowie der abwechslungsreiche Uferbereich schaffen neue Lebensräume für die aquatische Fauna. Ringelnattern, Fledermäuse und Nachtigallen sollen sich hier in Zukunft heimisch fühlen.
Einzigartig in dieser Grösse in Europa ist eine „Collection Gallery“. Sie bietet für strömungsliebende Fische direkt am Turbinenauslauf eine zusätzliche Möglichkeit, in das Umgehungsgewässer zu gelangen.
Ziel der umfangreichen Massnahmen ist insbesondere die Wiederansiedlung des Lachses am Hochrhein und die Entwicklung idealer Lebensräume für den Leitfisch Äsche.

Technik und Bau
In knapp drei Jahren Bauzeit ist am Schweizer Rheinufer auf Höhe der Ortschaften Dogern (Deutschland) und Leibstadt (Schweiz) das Wehrkraftwerk entstanden. Es schliesst direkt an das Stauwehr des bestehenden Rheinkraftwerks Albbruck-Dogern an. Ausgestattet ist es mit einer klassischen Rohrturbine, bestehend aus Laufrad, Generator und Leitapparat. Das vierflügelige Laufrad hat einen Durchmesser von mehr als sechs Metern. Die 16 Schaufeln des Leitapparates können in Verbindung mit der Laufradstellung je nach Wasserführung auf den bestmöglichen Wirkungsgrad eingestellt werden. Dieser liegt bei weit über 90 Prozent.

RADAG
Die Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG (RADAG) wurde im September 1929 gegründet. Ziel war der Bau des grenzüberschreitenden Kanalkraftwerks zwischen Albbruck und Dogern, das 1933 ans Netz ging. Die wirtschaftliche und technische Betriebsführung der RADAG liegt in den Händen der Schluchseewerk AG.
Anteilseigner des Unternehmens sind heute:
RWE Innogy GmbH, Essen (52 Prozent)
Finelectra AG, Brugg (25 Prozent)
AEW Energie AG, Aarau (12 Prozent)
Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg AG/Schweiz (5 Prozent)
Energiedienst Holding AG Laufenburg/Schweiz (5 Prozent)
EnBW Kraftwerke AG, Stuttgart (1 Prozent)
Zahlen und Daten zum Wehrkraftwerk:
Bauzeit:   2007 - 2009
Jahreserzeugung:   180 Mio. Kilowattstunden
Mittlere Leistung:   24 Megawatt
Mittlere Fallhöhe:   8,75 Meter
Turbine:   Rohrturbine
Laufrad:   4-flügelig; Durchmesser 6,10 m
Nenndurchfluss:   300 Kubikmeter pro Sekunde
Baukosten:   rund 70 Mio. EUR
Kontakt
Schluchseewerk AG
Julia Liebich
Öffentlichkeitsarbeit
Säckinger Straße 67
79725 Laufenburg (Baden)
liebich.julia@schluchseewerk.de
Tel. +49 (0) 7763 9278-80119
Fax. +49 (0) 7763 9278-70299
 
Kraftwerk Albbruck-Dogern: Fischtreppe

Kraftwerk Albbruck-Dogern: Fischtreppe

Kraftwerk Albbruck-Dogern: Befüllung Oberwasserseite

Kraftwerk Albbruck-Dogern: Befüllung Oberwasserseite

Download

Medienmitteilung "Das Wehrkraftwerk Albbruck-Dogern am Hochrhein wird in Betrieb genommen"

PDF

(31 kB)

4.12.2009