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    Festung Aarburg: Moderne Technik hinter historischen Mauern

    Die Festung Aarburg gehört zu den ältesten Denkmälern der Schweiz. Doch hinter den Mauern des jahrhundertealten Gebäudes verbirgt sich moderne Technik, die Jahr für Jahr viel Energie einspart. 

    Hoch über Aarburg erhebt sich das Wahrzeichen des historischen Städtchens – die Festung ist die einzige erhaltene Burganlage der frühen Neuzeit in der Schweiz und gilt als Kulturgut von nationaler ­Bedeutung. Heute wird sie als kantonales Jugendheim genutzt, das Platz für ­48 straffällig gewordene männliche Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren bietet. Während die ­meisten der rund 70 Mitarbeitenden die ­Jugendlichen betreuen, sind Pascal Knubel und Roland von Gunten für den Gebäude­unterhalt sowie für die Ausbildung der internen Lernenden zum Fachmann Betriebs­unterhalt EFZ und Unterhaltspraktiker EBA zuständig. 

    Pascal Knubel (r.) und Roland von Gunten sorgen für den Unterhalt der Festung.

     

    Wärme durch Holz
    Energie ist in dem jahrhundertealten Bauwerk mit seinen eineinhalb Meter dicken Mauern ein grosses Thema. «Bis in den Herbst hinein ist es in der Festung angenehm warm», berichtet Gebäudeunterhalts­leiter Pascal Knubel. «Aber bei Minus­tem­peraturen im Winter hält sich die Kälte eisern in den Gemäuern, und es dauert ­lange, bis sich die Räume aufheizen.» Schon allein deshalb ist eine effiziente Heiz­­an­lage unerlässlich. Für Wärme sorgt eine Pelletheizung. Diese wurde 2010 ­ein­gebaut, nachdem die Ölheizung aus ­Altersgründen ersetzt werden musste.

    Pro Heizsaison benötigt die Festung rund 120 Tonnen Holzpellets. Weil die kleinen Presslinge aus Holzspänen und Sägemehl CO2-neutral sind, kommen Pelletheizungen­ der Energiebilanz zugute. Ausserdem sind ­Pellets günstiger als fossile Rohstoffe wie Heizöl oder Erdgas. Gemeinsam mit der Pelletheizung wurde eine Gasheizung ­in­stalliert, «für den Fall, dass die Pellet­heizung einmal ausfallen sollte und als Back-up in besonders kalten Zeiten», sagt Pascal Knubel. Im Sommer, wenn Pellet- und Erdgas­heizung pausieren, sorgt eine Wärmepumpe für Warmwasser. 

     

    Licht durch LED
    Auch in Sachen Strom ist die Aarburg fortschrittlich. Bislang benötigte sie etwa 60 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das wird sich in Zukunft ändern: Erst kürzlich wurden alle Wohngruppen ­sowie der Parkplatz mit LED-Leuchten ausgerüstet. «Jetzt ersetzen wir nach und nach alle herkömmlichen Leuchten durch LED, aktuell in der Küche und der Turnhalle», erzählt Roland von Gunten. LED sind langlebig, frei von Schadstoffen und verbrauchen sehr wenig Strom. ­«Damit setzen wir die Energievorgaben des Kantons um und sparen ­Stromkosten.­ Nur selbst erzeugen können wir den Strom nicht. Aus Gründen des Denkmalschutzes können wir keine Photovol­taikanlage auf den Dächern der Festung Aarburg installieren.»

    In Zukunft stehen weitere Projekte an: Ab 2028 soll der Hauptbau entkernt und saniert werden. Pascal Knubel: «In Absprache mit dem Denkmalschutz und der Immo­biliengesellschaft Aargau wird nach den besten Möglichkeiten für eine energieeffiziente ­Sanierung gesucht.»

    Yvette Grün 

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      Führungen

      Von April bis Oktober finden jeden Samstag Führungen durch die historischen Anlagen der Festung statt. Treffpunkt ist im Innenhof der ­Festung jeweils um 1­­4 Uhr. Dauer: 1,5 bis 2 Stunden. Kosten: CHF 10.– pro Person. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Gruppenführungen sind nach telefonischer Vereinbarung jederzeit, ausser am Sonntag, möglich. Telefon: 062 791 41 66

      Kontakt
      Festung Aarburg
      Schlossrain 1
      4663 Aarburg
      www.aarburg.ch