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    Klosterkirche Muri: Barockes Juwel

    Wer sie zum ersten Mal betritt, hält staunend inne, überwältigt von ihrer Pracht und Festlichkeit: Die denkmalgeschützte Klosterkirche Muri, eingebettet in eine weitläufige Anlage, ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen des Aargaus und bietet ein Fest für die Sinne.

    Gut besucht
    1027 wurde die Klosterkirche Muri als Hauskloster der Habsburger gegründet und diente mehr als 800 Jahre lang Benediktinermönchen als Heimat. Heute beherbergt sie zwar keine Mönche mehr, das sakrale Gebäude wird dennoch genutzt. «Die Kirche ist keine museale Anlage, sondern eine Kirche, die in Gebrauch ist», betont Peter Hochuli, Vizepräsident der Vereinigung der Freunde der Klosterkirche Muri. Insbesondere in den Sommermonaten finden regelmässig Gottesdienste und Konzerte statt. Da sie täglich geöffnet ist, bietet die Kirche Besuchern auch ausserhalb der Messen Zeit zum Gebet und Touristen eine prächtige Sehenswürdigkeit. 

    Peter Hochuli in der Krypta unter dem Chorraum. Die Krypta ist der älteste Teil der Klosteranlage.

     

    Manchmal kalt, nie zu heiss
    Dominiert wird das Gotteshaus durch das Oktogon, das im 17. Jahrhundert entstanden ist. Es gilt als einer der schönsten barocken Zentralräume in der Schweiz und ist hierzulande die grösste Oktogonal-Anlage: 22 Meter misst der Kuppelbau, dessen Gipsdecke ein Gemälde mit 142 Heiligen ziert. Durch die Fenster erstrahlt das Innere der Kirche an sonnigen Tagen in lichtdurchflutetem Glanz. Wer in der kalten Jahreszeit die Kirche betritt, sollte sich jedoch warm anziehen – eine Heizanlage ist hier Fehlanzeige. «Im Winter kann die Temperatur schon mal unter den Gefrierpunkt sinken und das Weihwasser gefriert», erzählt Peter Hochuli. «Im Sommer dagegen ist es angenehm. Selbst an heissen Tagen wird es nie wärmer als 25 Grad.» Der Verzicht auf die Heizanlage kommt neben der Energiebilanz auch der Innenausstattung zugute. Durch die rund ein Meter dicken Wände passt sich die Kirche ganz langsam an die Schwankungen der Aussentemperaturen an. «Bei raschen Temperaturwechseln würden sich die jahrhundertealten Holzkonstruktionen in den Altargebilden verziehen und rissig werden», ist sich Peter Hochuli sicher. 

     

    Licht dank Kerzen und Strom
    Für Helligkeit in der Kirche sorgen mehr als 30 Kerzen, die das Innere in einen Ort der Besinnung verwandeln. Ganz ohne Strom geht es aber auch in einem fast tausendjährigen Gebäude nicht. Die Spots in der Kirche, die Lampen, Kuppel- und Aussenbeleuchtung werden elektrisch betrieben. Nur ein kleines Manko in der nahezu perfekten Energiebilanz, das der Schönheit der Kirche keinen Abbruch tut. 

    Historische Meilensteine

    1027
    Ita von Lothringen und ihr Gemahl, Radbot von Habsburg, gründen das Kloster als erstes habsburgisches Eigenkloster.

    1064
    Bischof Rumold von Konstanz weiht die romanische Kirche mit der heute noch erhaltenen Krypta.

    1150
    Entstehung der «Acta Murensia», der ältesten Klostergeschichte von Muri. Sie wird im Staatsarchiv Aargau aufbewahrt.

    1695–1697
    Neubau der Klosterkirche nach Plänen von Giovanni Battista Bettini aus Lugano.

    1745–1750
    Erneuerung der Ausstattung der Klosterkirche im Rokokostil durch die süddeutschen Künstler Matthäus Baisch und Niklaus Spiegel.

    1841
    Aufhebung aller Klöster des Kantons. Die Klosteranlage geht in den Besitz des Staates und ein kleiner Teil an die Gemeinde Muri über.

    1929–1934
    Innenrenovation der Kirche. Die zum Teil übermalten Deckenbilder und die spätgotischen Malereien in der Krypta werden freigelegt.

    1941
    Der Kanton Aargau übergibt die Klosterkirche der römisch-katholischen Kirchgemeinde Muri.

    1960
    Errichtung des Benediktiner-Hospizes. Eine kleine Gruppe von Mönchen aus Muri-Gries und Sarnen bezieht die alte Klosterheimat.

    2009
    Gründung der Sammlung «Murensia», Zentrum zur Erforschung der Murianer Klostergeschichte.

    2027
    1 000-Jahr-Feier der Klostergründung. 

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      50 Zentimeter hoch ist die Osterkerze
      1,75 Meter beträgt die Dicke der Wand in der Krypta
      1 200 Quadratmeter Fläche umfasst die Kirche
      52 Ewiglichtkerzen brennen jährlich ab 

      Lebendige Geschichte

      Das 2014 eröffnete Klostermuseum Muri befindet sich direkt neben dem Kircheingang. Die Ausstellung erweckt eine tausendjährige Geschichte zum Leben, wirft Blicke hinter die Klostermauern und erzählt Geschichten aus dem Leben der Äbte, Mönche und der Habsburgerdynastie.

      www.klosterkirche-muri.ch