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    Weshalb der Ballon (nicht) fliegt

    «Wieso fliegt ein Heissluftballon? – Weil er leichter ist als Luft!» Bei einem Wortwechsel dieser Art runzelt der Physiker die Stirn, und der AEW Ballonpilot rümpft die Nase. Frage und Antwort sind zwar nicht total falsch, ­aber eben auch nicht ganz korrekt.

    Ein Ballon fliegt nicht, er fährt! Stellt sich die Frage, wie er das macht. Weil er leichter ist als Luft? Luft ist nicht einfach nichts, wie die Umgangssprache manchmal suggeriert. Ein Kubikmeter Luft enthält stattliche 2,7 x 1025 Moleküle, also eine Zahl mit 25 Nullen.

    Auf die Dichte kommt es an
    Die Erde ist mit einer Hülle umgeben: Luft. Diese Luft hat eine Dichte, definiert als Masse (kg) pro Volumen (m3),­­­ ­die nach oben hin abnimmt (siehe Illustration).­ Befindet sich ein Körper mit geringerer Dichte (auf 100 °C ­erhitzte Luft hat eine Dichte von 0,95 kg/m3) in einer ­Umgebung mit grösserer Dichte (bei 15 °C beträgt die Luftdichte 1,225 kg/m3), kommt der statische Auftrieb zum Tragen. Er bewirkt durch die Verdrängung des umgebenden Mediums, dass Heissluftballone schweben. Die Kräfte von unten, links und rechts drücken nach oben.

    Vom Winde verweht
    Obwohl im Korb Windstille herrscht, bildet der Wind die einzige Steuerungsmöglichkeit. Dank der Tatsache, dass auf unterschiedlichen Höhen verschiedene Windverhältnisse anzutreffen sind, kann man mit dem ­Ballon hin- und herfahren. Meteoschweiz gibt zwei­mal pro Tag eine Ballonprognose heraus, abgestuft vom Boden­ bis ca. 5 000 m ü. M. So kann der erfahrene Ballonfahrer an seinem GPS ablesen, auf welcher Höhe er sich welche Fahrtrichtung aussuchen kann. Was aber muss man machen, um wieder herunterzukommen? Abwarten, bis sich die Luft im Ballon abgekühlt hat, oder durch das Öffnen des «Parachutes» an der Ballon­spitze heisse Luft ablassen.

    Urs Scheidegger

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      Unterwegs über dem Aargau

      Am 21. Mai 2016 stieg der AEW Heissluftballon im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums zum ersten Mal in die Luft. Der erfahrene Pilot Roger Engelstein von der Holly Ballon AG erinnert sich noch genau an die Jungfernfahrt:

      «Diese Fahrt war meine 3 000. und damit Schweizer Rekord. Schon um 6.00 Uhr morgens halfen die AEW Passagiere tatkräftig mit, den fabrikneuen Ballon startklar zu machen. Nach der Taufe genossen wir eine Fahrt bei hervorragender Sicht.»

      Auch 2017 fährt der AEW Heissluft­ballon wieder über die Region. Fahrten können bei www.holly.ch gebucht werden.