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    Von der Reuss geprägt

    An der Bruggmühle liegt der Ursprung des heutigen Städtchens Bremgarten. Dort wo einst die Reuss das Mühlrad in Schwung hielt, betreibt die AEW heute ein Kleinwasserkraftwerk und ein Museum. Das flussaufwärts liegende Kraftwerk Bremgarten-Zufikon produziert Strom für 23 500 Haushalte. 

    Der rote Löwe blickt vom Stadttor auf das Kopfsteinpflaster herab. Das Wappentier der Stadt Bremgarten ist in der malerischen Altstadt überall auf Fassaden und Fahnen zu entdecken. Und auch das Pult von Raymond Tellenbach im altehrwürdigen Rathaus ziert ein Löwe aus Bronze. «Unser Bremgarter Leu wird jährlich an eine Person oder Organisation verliehen, die sich stark für kulturelle, soziale oder jugendbezogene Belange einsetzt», sagt der Stadtammann. Stärker präsent als der rote Löwe ist hier nur noch die Reuss, der seit Anbeginn der Stadtgeschichte eine überragende Bedeutung für Bremgarten zukommt. Am Standort Bruggmühle in unmittelbarer Nachbarschaft zur heutigen Altstadt trieb der Fluss bereits ab 1281 die Wasserräder der Stadtmühle, des Sägewerks und später diverser Textilproduzenten an und bildete somit den Kern des wirtschaftlichen Lebens – selbstverständlich auch als Transportweg.

    Kraftwerk wird zum Museum
    1892 wurden an der Bruggmühle zwei Gleichstromgeneratoren mit je 2 PS und 120 Volt Leistung eingebaut, die fortan Strom für die Strassenbeleuchtung und ein Wasserpumpwerk lieferten. Die AEW Energie AG baute 1929 den Maschinensaal auf den heute noch erhaltenen Zustand um und nahm 1998 das neue Kanalkraftwerk Bremgarten-Bruggmühle mit einer Jahresproduktion von 3,6 Mio. kWh in Betrieb.

    Die ehemalige Anlage wurde in das beliebte Museum Reusskraftwerk umfunktioniert. Hier können die Nutzung der Wasserkraft und die Wandlung der mechanischen in elektrische Energie im Demonstrationskraftwerk vorgeführt werden. «Wenngleich die Produktion in der Bruggmühle verhältnismässig klein ist, verbinden wir Bremgartner die AEW in erster Linie aufgrund der Geschichte mit diesem Standort», sagt Raymond Tellenbach und spricht das weiter vom Zentrum entfernte Flusskraftwerk Bremgarten-Zufikon an. Dieses ging 1975 ans Netz und leistet heute eine Jahresproduktion von rund 106 Mio. kWh, was ungefähr dem Jahresbedarf von 23 500 Haushalten entspricht.

    Gute Visitenkarte
    Das Kraftwerk Bremgarten-Zufikon ist im Rahmen des Grossprojekts Reusstal-Sanierung entstanden. Neben der Energieerzeugung lag der Fokus auch auf der Grundwassersicherung. «Und vor allem auch auf dem Hochwasserschutz», ergänzt Raymond Tellenbach. Ein prägendes Thema, denn in den vergangenen 15 Jahren musste Bremgarten gleich zwei intensive Hochwasser erleben. Aktuell plant die AEW eine weitere Stauzielabsenkung bei Hochwasser bis ins Jahr 2022. Ausserdem soll bis dahin ein neuer Fischpass in Betrieb genommen werden, der den Fischen die Wanderung flussaufwärts einfacher macht.

    Weit über den Hochwasserschutz hinaus besteht zwischen der Stadt Bremgarten und der AEW eine enge Kooperation. «Persönlich hatte ich mit dem Unternehmen vor allem im Rahmen des Wärmeverbunds (siehe Infobox) engen Kontakt. Damals hat die AEW eine unheimlich gute Visitenkarte abgeliefert», sagt der Stadtammann. Von den damaligen Massnahmen profitierte auch das örtliche Gewerbe. «Die Nähe zur AEW ist in Bremgarten zweifellos spürbar», sagt Raymond Tellenbach. Dies nicht zuletzt, weil das Unternehmen in Bremgarten auch mit einem Regional-Center präsent ist.

    Simon Eglin 

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      Steckbrief Bremgarten

      Die Kleinstadt im unteren Reusstal ist zeitgleich der Hauptort des Bezirks Bremgarten und nach Wohlen die zweitgrösste Gemeinde in der Region Freiamt. Die in einer Reussschlaufe gelegene Altstadt ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Aufgrund der Stationierung einer Genietruppen-Kaserne spielt Bremgarten auch für die Schweizer Armee eine wichtige Rolle.

      Fläche: 1136 ha
      Höhe über Meer: 390 m ü. M.
      Einwohnerzahl: 7709 (per 31.05.2017)
      Website: www.bremgarten.ch 

      Fernwärme

      Die AEW betreibt in Bremgarten erfolgreich einen grossen Wärmeverbund. Dank ungebrochenem Kundeninteresse wurde das Wärmenetz seit der Inbetriebsetzung 2009 laufend erweitert. Aktuell sind über 230 Liegenschaften angeschlossen und die bestehende Infrastruktur ist langsam ausgelastet. Aus diesem Grund werden bereits eine zweite Reussunterstossung realisiert und für den weiteren Ausbau ein zusätzlicher Standort für die Wärmeerzeugung evaluiert.