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    Wo Bier-Wärme heizt

    In Rheinfelden löscht Bier nicht nur den Durst, sondern sorgt auch für warme Stuben. Der Verbund der Stadt Rheinfelden und der AEW Energie AG, der die Abwärme der Brauerei Feldschlösschen nutzt, ist nur eines von vielen Beispielen für eine bewusste und sinnvolle Nutzung regionaler Ressourcen. 

    Nichts ist prägender für die Geschichte und Entwicklung Rheinfeldens als der namensgebende Fluss selbst. Auf der kleinen ­Insel im Rhein – die heute eines der beliebtesten Ausflugsziele ist – wurde im ­10. Jahrhundert eine Burg als Sitz der Grafen Rheinfeldens errichtet: der Ursprung des Zähringer­­städtchens, wie wir es heute kennen. Eine weitere wichtige Prägung der verkehrsreichsten Wasserstrasse Europas ­ist für Rheinfelden ihre Rolle als Energielieferant, und derer ist man sich hier voll und ganz bewusst. «Auf unserem Boden befinden sich gleich zwei Flusskraft­werke. Eines davon ging bereits 1898 in seiner ursprünglichen Version ans Netzwerk und war von internationaler ­Bedeutung für die Geschichte der Elektrizitätsnutzung. So ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir beim Energiekonsum voll und ganz auf Wasserkraft setzen», erläutert Stadtammann Franco Mazzi. Die ­Gemeinde Rheinfelden bezieht von der AEW ausschliesslich Strom, der mit dem Zertifikat «Wasser-CH» ausgezeichnet ist.

    Sieben Wärmeverbunde
    Die Wasserkraft ist nur eines von mehreren Beispielen für die Fokussierung Rheinfeldens auf erneuerbare Energieformen und die Nutzung regionaler Ressourcen. Die künftige Energieversorgung ist eine der grös­sten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. «Als mit dem Label ‹Energiestadt› ausgezeichnete Gemeinde übernehmen wir Verantwortung und nehmen eine Vorbildfunktion ein», sagt Franco Mazzi. Das zeigt sich auch beim Thema Wärme­energie: Ganze sieben Wärmeverbunde, die fossile Brennstoffe und den CO2-Ausstoss reduzieren, gibt es bislang in Rheinfelden. Der prominenteste und in den Medien viel zitierte Vertreter ist jener, der die Produktions-Abwärme der Brauerei Feldschlöss­chen nutzt, um die umliegenden Haushalte zu wärmen. «Die bestehenden Verbunde werden laufend weiterentwickelt, und wir sind dabei, weitere Areale zu erschliessen», erzählt Franco Mazzi. So wird zurzeit geforscht, ob eine bislang ungenutzte Thermalquelle künftig zur Wärmegewinnung zum Einsatz kommen kann.

    Partnerschaftliche Zusammenarbeit
    Sowohl bei den Wärmeverbunden als auch bei weiteren energieeffizienten Projekten arbeitet die Stadt Rheinfelden eng mit der AEW Energie AG zusammen, so etwa bei der im Mai neu eröffneten Tankstelle für Elektroautos beim Schützen-Parkplatz. Die AEW baut und betreibt die Tankstelle, Rhein­felden stellt den Park­­raum zur Verfügung. «Dies ist eines der vielen Beispiele für die enge und fruchtbare Zusammen­arbeit mit der AEW», sagt Franco Mazzi. ­­Er freut sich, dass Rheinfelden fortan auch für die Besucherinnen und Besucher mit Elektroautos interessanter wird.  

    Strom vom Dach: Rheinfelden macht auch mit der Photovoltaik vorwärts.

     

    Kurze Wege
    Der Stadtammann schätzt die Mitarbeitenden der AEW als sehr kompetente und ­verlässliche Partner, nicht nur was die energie­effiziente Zukunft Rheinfeldens angeht, sondern auch im Zusammen­­hang mit der öffentlichen Beleuchtung und beim Werkleitungsbau. Zu dem partner­schaft­­­lichen Verhältnis Rheinfeldens mit ihrem Stromversorger passt denn auch, dass die AEW mit einem Regional-Center in Rheinfelden ­präsent ist. So entstehen kurze Wege. Franco Mazzi:­ «Die Präsenz vor Ort mit dem augenfäl­ligen Bau am Ortseingang schärft das Bewusstsein der Bevölkerung, dass die AEW Energie AG unser kompetenter Versorgungspartner ist.»

    Simon Eglin 

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      Steckbrief Rheinfelden

      Rheinfelden liegt am Hochrhein und ist durch eine Brücke mit der gleichnamigen deutschen Gemeinde verbunden. Die Kleinstadt befand sich lange unter österreichischer Herrschaft und stiess erst 1802 zur Eidgenossenschaft. Seit den 1970er-Jahren wächst die Anzahl der Einwohner stark an. Rund 2 500 der heute 13 500 Einwohner sind in den letzten zehn Jahren zugewandert. Unter anderem aufgrund der Kombination der historischen Bausubstanz mit modernem und urbanem Wohnraum wurde­ Rheinfelden 2016 mit dem renommierten Wakkerpreis ausgezeichnet.

      Fläche: 16,12 km2
      Höhe über Meer: 274 m
      Einwohnerzahl: 13 344 (per 31.12.2016)
      Gründung: im 12. Jahrhundert
      Website: www.rheinfelden.ch 

      Forschungsstandort Rheinfelden

      Viele kleine, dezentrale Anlagen zur Stromerzeugung, welche die grossen Kraftwerke ergänzen: Das ist das Ziel des Pilotprojekts «Verteilte Einspeisung in Niederspannungsnetze» (VEiN), an dem neben der AEW weitere
      Energieunternehmen beteiligt sind. Als Versuchsstandort wurde ein Quartier Rhein­feldens ausgewählt. Weitere Informationen: www.vein-grid.ch