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    Eine volle Ladung Ziele

    Das Elektroauto ist die Zukunft, heisst es. Von «Elektrifizierung des Individualverkehrs» ist die Rede. 2022 soll der Elektrofahrzeuganteil an den Neuzulassungen 15 Prozent betragen, so das erklärte Ziel der Schweiz. Bis dahin ist noch einiges zu tun.

    Vereinfacht gesagt: Ein Elektroauto fährt mit Strom aus einer aufladbaren Batterie. Das schont das Klima, da keine Abgase entstehen. Zudem ist Strom als Treibstoff günstig. Trotzdem sorgen technische und finanzielle Hürden dafür, dass auf Schweizer Strassen erst rund 14 500 E-Autos (entspricht 0,3 Prozent des gesamten Personenwagenbestands) unterwegs sind. Einfacher haben es Fahrzeuge mit Hybridantrieb, die Elektro- und Verbrennungsmotor kombinieren – davon verkehren fast 67 700.

    Thierry Burkart, Präsident
    der Sektion Aargau des TCS

    Geringe Reichweite, hohe Kosten?
    2,7 Prozent beträgt aktuell der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen von Personenwagen in der Schweiz. Zum Vergleich: In Norwegen, dem europäischen Spitzenreiter, waren es 2017 20,9 Prozent.

    Häufiges Thema beim Kaufentscheid ist die Reichweite. «Mit Elektrofahrzeugen können mittlerweile selbst unter anspruchsvollen Bedingungen akzeptable Reichweiten erzielt werden», hält Thierry Burkart, Präsident der Sektion Aargau des TCS, fest. «Für grosse Ferienreisen sind die meisten Elektromobile noch kaum geeignet. In jedem Fall aber verlangen sie eine vorausschauende Reiseplanung, da noch zu wenige Ladestationen zur Verfügung stehen.» Und: Wie weit man mit einer Batterieladung kommt, hat jeder mit seinem Fahrstil und der Geschwindigkeit selbst in der Hand. Typische Reichweiten-Vernichter sind Klimaanlage und Heizung. Mehr Ausdauer schafft ein Range Extender, ein «Reichweitenverlängerer» in Form eines Verbrennungsmotors oder einer Brennstoffzelle, der sich bei leerem Akku zuschaltet.

    Schlagendes Argument beim Autokauf ist der Preis. Noch sind viele Elektroautos teurer als Diesel und Benziner. Das liegt nicht zuletzt an den kostspieligen LithiumIonen-Akkus, die bis zu 40 Prozent der Kosten ausmachen können. Die gute Nachricht: Die Batteriepreise sinken seit Jahren. Ob sie weiter fallen, hängt vom technischen Fortschritt ab. Im Unterhalt punktet das E-Auto mit tieferen Kosten gegenüber Diesel- und Benzinautos. Anders als in einigen Nachbarländern gibt es in der Schweiz nur begrenzte Förderungen für den Kauf von E-Autos. In einigen Kantonen beispielsweise wird die Fahrzeugsteuer erlassen respektive reduziert.

     

    Hochgesteckte Ziele
    Das Ziel von Bund, Kantonen, Städten und Branchenvertretern: 2022 sollen 15 Prozent der Neuzulassungen Elektrofahrzeuge sein. Dafür will der Bund den Ausbau der Ladeinfrastruktur fördern, wobei die Schweiz mit bald 2 600 Stromtankstellen bereits eines der dichtesten Netze weltweit aufweist. Insbesondere an Autobahn-Raststätten braucht es Schnellladestationen, die einem E-Auto in 20 bis 30 Minuten die nötige Restreichweite verpassen. Eine vielleicht grössere Bedeutung kommt den Ladestationen in der heimischen oder firmeneigenen Garage zu, wenn man bedenkt, dass die meisten Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden. Bedeutet mehr Elektromobilität einen höheren Strombedarf? Ja, aber die Strommenge bereitet den Energieversorgern weniger Kopfzerbrechen als das Netzmanagement. «Es braucht ein intelligentes Stromnetz und eine effiziente Nutzung, um Ladestationen zu integrieren», sagt Arian Rohs, Leiter der Arbeitsgruppe E-Mobilität bei der AEW Energie AG.

    Erfolgsentscheidend für den elektromobilen Vormarsch sind attraktive, konkurrenzfähige Modelle. Hersteller sind gefordert und investieren in die Entwicklung. Fast sämtliche etablierte Marken versprechen neue Produkte bis zum Jahr 2020. Darauf freut sich Thomas Weiss von EnergieSchweiz, ein Programm des Bundesamtes für Energie BFE: «Die Angebotspalette wächst rasch. Wir erwarten in den nächsten zwei Jahren zahlreiche Markteinführungen von interessanten Modellen in den unterschiedlichen Fahrzeugsegmenten und Preiskategorien.» Den neuen Hyundai Kona wird es ab Herbst 2018 mit Elektroantrieb geben. Weitere E-Modelle sind von BMW angekündigt. Der VW-Konzern zeigt mit den Konzepten Porsche Mission E., Audi e-tron, Skoda Vision E und dem VW I.D. wie seine Marken weiter elektrifiziert werden. Auf neue Modelle dürfen wir uns also jetzt schon freuen. 

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      Wo ist die nächste Stromtankstelle?

      Zahlreiche Apps erleichtern den Nutzern von Elektroautos die Tankstellensuche.

      Hier eine kleine Auswahl:

      • Chargemap
      • GoingElectric
      • LEMnet