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    Stromproduzenten: Wahl der Messart

    Eine Übersicht über die unterschiedlichen Messarten und ihre Eigenheiten.

    Eine Lastgangmessung und die Erfassung von Herkunftsnachweisen sind bei allen Anschlüssen ab einer Anschlussleistung von 30 kVA gesetzlich vorgeschrieben.

    Wahl der Messart
    Grundsätzlich bietet die AEW Energie AG zwei Möglichkeiten, die in ihr Netz eingespeiste Energie zu messen. Unabhängig davon kann eine dieser beiden Messarten an Förderbeiträge oder andere Vereinbarungen gebunden sein.

    Messart Nettoproduktion

    Abbildung 1: Anordnung der Zähler ohne Eigenverbrauch

    Bei der Messart Nettoproduktion wird die EEA als eigenständige Anlage betrachtet und abgerechnet. Die gesamte produzierte Energie abzüglich des Eigenbedarfs* der Anlage wird ins Netz der AEW Energie AG eingespeist. Da bei dieser Messart ein zweiter Netzanschlusspunkt besteht, werden die Messkosten und die Energie für den Eigenbedarf der EEA (nicht bei KEV) separat verrechnet.

    *Eigenbedarf: Energie, die für den Betrieb der EEA benötigt wird (zum Beispiel für die Wechselrichter, Steuerungen usw.). Diese Energiemenge wird nur erfasst, wenn der Eigenbedarf die zeitgleiche Produktion übersteigt.

    Messart Eigenverbrauchsmessung (Überschussmessung)

    Abbildung 2: Anordnung der Zähler bei Eigenverbrauch mit Anschlussleistung > 30 kVA: Anwendung bei der AEW Energie AG
    Abbildung 3: Anordnung der Zähler bei Eigenverbrauch mit Anschlussleistung ≤ 30 kVA

    Bei der Messart Eigenverbrauchsmessung wird bei EEA ohne Lastgangmessung ein Zähler eingesetzt, der beide Energierichtungen berücksichtigt. Die Energierichtungen werden zeitgleich saldiert und entsprechend erfasst. Die Erzeugung und der Verbrauch werden unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Produkten abgerechnet. Bei der Eigenverbrauchsmessung besteht wie bis anhin ein einzelner Netzanschlusspunkt (Abbildung 3), weshalb die Abrechnung des Grundpreises wie gewohnt mit der Rechnung für den Strombezug und die Netznutzung erfolgt. Der private Zähler wird nicht durch die AEW Energie AG geliefert und auch nicht abgelesen.

    Bei Anlagen mit einer Lastgangmessung (über 30 kVA Anschlussleistung) gilt die Erfassungspflicht der Herkunftsnachweise und deren Messung mit einer Nettoproduktionsmessung (Abbildung 2). Zur Abrechnung der Energie- und Netzkosten werden der Verbrauch und die Produktion zeitgleich saldiert. Dazu muss eine weitere Lastgangmessung für den Verbrauch installiert werden. Die einmaligen und wiederkehrenden Kosten trägt der Produzent.

    Messart Hinterschaltung

    Abbildung 4: Messschema bei einer Hinterschaltung

    Bei räumlich ausgedehnten Situationen oder unterschiedlichen Spannungsebenen ist die Messart Hinterschaltung im Sinne von Abbildung 4 möglich. Allenfalls daraus entstehender Mehraufwand für die AEW Energie AG wird dem Verursacher in Rechnung gestellt. Eine Hinterschaltung kommt beim Bezug auf einer höheren Spannungsebene zum Zug. Sie erfolgt hauptsächlich bei Kunden mit nur einem Anschluss an das öffentliche Verteilnetz, bei welchen der Einspeisepunkt der Produktionsanlage hinter der Bezugsmessung angeordnet ist. Die technische Ausführung muss unter Berücksichtigung der Messanordnung A (siehe Abbildung 1) gewährleisten, dass Abgabe und Bezug gemäss Schema erfasst werden können. Häufig ist dies bei Arealnetzen und Mittelspannungskunden der Fall. Um eine korrekte Bilanzierung nach Ausführungsvariante A oder B (siehe Abbildung 1 und Abbildung 2) sicherzustellen, müssen bei Hinterschaltungen beide Zähler mit Lastgangmessung und Kommunikationsanschluss ausgerüstet werden. Wegen des Transformators zwischen den zwei Zählern entstehen Transformierungsverluste, die mithilfe einer Messstellenkorrektur auszugleichen sind. Die Kosten dieses komplexen Mess- und Abrechnungssystems (zum Beispiel virtuelle Messpunkte) sind vom Produzenten zu tragen.


    Vollzugshilfe für die Umsetzung des Eigenverbrauchs nach Art. 7 Abs. 2bis und Art. 7a Abs. 4bis des Energiegesetzes (EnG; SR 730.0)

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