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Aarburg: Im Bann der Aare

Imposant thronen Kirche und Festung über einer der schönsten Altstädte des Aargaus. Aarburg ist ebenso historisch wie dynamisch. Und eins ist, wie der Name vermuten lässt, aus Aarburg nicht wegzudenken: die Aare.

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Obwohl eine Kleinstadt, mangelt es Aarburg nicht an Vielfalt: «Da sind Bewohner und Besucher, Plätze und Quartiere, Menschen und Kulturen, Kompetenzen und Unternehmen», zählt Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär auf. Optisch und historisch ist «Arbig», wie es im Dialekt genannt wird, von der Aare und der Festung geprägt. Letztere ist als kantonales Jugendheim nicht öffentlich zugänglich, kann aber auf einem Spaziergang umrundet werden. Steht man auf dem Aarequai, ragt sie vor einem in die Höhe und wacht auf ihrem Felssporn über die Stadt. Der Spaziergang um die Festung führt auch durch das «Städtli» mit der intakten aareseitigen Häuserzeile, in die sich das Rathaus und das Heimatmuseum einreihen.

Flussauf, flussab

Aarburg liegt nicht einfach «nur» an der Aare – es hat auch die Aarewoog, ein Phänomen, das den Fluss aufwärts fliessen lässt. Bevor die Aare beinahe rechtwinklig nach Olten abgedrängt wird, prallt sie frontal auf die Dammmauer unterhalb der Festung. Dabei wird Flusswasser in die kleine, natürliche Bucht gepresst, staut sich dort und lässt den Aarespiegel ansteigen. Hat der Stau eine gewisse Mächtigkeit erreicht, fliesst das Wasser wieder aus der Bucht ab und erzeugt eine 200 Meter lange Gegenströmung – das Wasser fliesst flussaufwärts. Sehr schön ist dies zu beobachten, wenn die Lichterschiffchen beim Lichterschwimmen anlässlich des Weihnachtsmarktes lange auf der Aarewoog kreisen. Früher erleichterte das Phänomen den Flössern das Anlanden am Ufer. Aber warum heisst das Naturschauspiel «Woog»? Weil der Wasserstand im 10-Minuten-Takt um 20 Zentimeter schwankt wie eine Waage. Hans-Ulrich Schär verrät: «Von der Terrasse vor der Kirche hat man die schönste Aussicht auf die Aarewoog.» Nicht nur das: Auch die Altstadt, das Aaretal und die Alpen offenbaren sich von hier oben.

Am Wasser führt in Aarburg fast kein Weg vorbei. Ein anderer Spaziergang führt dem Mühletych entlang. Der 3,5 Kilometer lange Kanal ist ein künstlich angelegter Seitenarm der Wigger. Früher trieb er die Wasserräder der Mühlen, Sägen und Schmieden an und heute noch wird mit kleinen Wasserkraftwerken Strom produziert.

Da steppt der Bär

Gemeindeammann Schär bezeichnet Aarburg als «Ort im Zentrum der Zentren». Tatsächlich liegt Aarburg unweit grösserer Städte. Da wären Olten und Zofingen, aber auch Aarau, Zürich, Basel, Bern und Luzern sind schnell erreicht. Das Zentrum von Aarburg selbst hat 2007 eine Aufwertung erfahren: Die Eröffnung der Ortskernumfahrung, bestehend aus zwei Tunnels, hat das «Städtli» vom Durchgangsverkehr entlastet. Seither ist es rund um den Bärenplatz wieder viel lebendiger geworden, Quartiere konnten weiterentwickelt werden. Die Attraktivität widerspiegelt sich auch in den Zuzügen: plus 1000 Einwohner in den letzten zehn Jahren auf aktuell rund 8500. Schade ist, dass der alljährliche Weihnachtsmarkt dieses Jahr wegen Corona ausfällt. Mit der im letzten Jahr neu angeschafften LED-Weihnachtsbeleuchtung kommt trotzdem festliche Stimmung auf.

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Hans-Ulrich Schär, Gemeindeammann Aarburg

Drei Fragen an Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär

«Wir haben die Lücke geschlossen»

Aarburg ist 2018 erstmals mit dem Label Energiestadt zertifiziert worden. Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung für die Stadt?

Energie ist für uns immer ein Thema gewesen. Daher war klar, dass wir etwas unternehmen und das Label anstreben sollten. Zudem war es uns wichtig, die regionale Lücke zu schliessen: Nach Oftringen, Zofingen und Olten darf sich auch Aarburg Energiestadt nennen.

Welche Massnahmen waren für die Zertifizierung ausschlaggebend?

Ein Leuchtturmprojekt, welches für die erforderliche Punktzahl verantwortlich war, ist die Überbauung Gishalde. Sie wurde und wird nach den Kriterien der 2 000-Watt-Gesellschaft realisiert. Die Holzschnitzelheizung der Firma Franke liefert Wärme und die Solaranlage auf dem Fabrikhallendach Strom. Damit kann die Überbauung praktisch zu 100 Prozent CO2-neutral versorgt werden. Wir sind froh, dass die Privatwirtschaft hier mitgezogen hat. Das Label wird alle vier Jahre vergeben.

Wo besteht noch Handlungsbedarf, um 2022 erneut zertifiziert zu werden?

Viele gemeindeeigene Liegenschaften sowie das Rathaus haben Potenzial, auf den aktuellen energetischen Standard gebracht zu werden. Für das Rathaus wurde ein Sanierungskredit genehmigt. Nachdem im September das revidierte kantonale Energiegesetz von der Bevölkerung abgelehnt wurde, werden wir nun prüfen, was wir alles in Angriff nehmen werden.

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