AEW realisiert innovatives Agri-PV-Projekt auf dem Landgut Weitsicht
Die AEW Energie AG realisiert auf dem Landgut Weitsicht in Beinwil, Freiamt von Eva Kollmann ein innovatives Agri-Photovoltaik-Projekt. Die Anlage verbindet den Anbau von Kornelkirschen mit der Produktion von erneuerbarem Strom. Im Rahmen des Innovationsprojekts wird der Mehrwert für die landwirtschaftliche Produktion untersucht. Es werden Photovoltaik-Module mit einer Leistung von total 320 kWp über 3 Reihen verteilt installiert. Die Module können von Osten nach Westen dem Sonnenverlauf folgen und so eine Fläche von 5'000 m2 Kornelkirschen durch teilweise Beschattung vor Hitze und extremen Witterungseinflüssen schützen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für künftige Projekte dienen. Der Baustart ist am 14. September erfolgt, die Fertigstellung für Oktober 2026 vorgesehen. Der Eröffnungsevent findet im Frühling 2027 statt.
Schutz für Pflanzen und Boden
Anders als bei klassischen Freiflächen-Photovoltaikanlagen bleibt die landwirtschaftliche Nutzung bei Agri-PV bestehen: Landwirtschaft und Solarstromproduktion werden auf derselben Fläche sinnvoll kombiniert. Entscheidend ist der Nachweis, dass die Anlage einen konkreten Mehrwert für die landwirtschaftliche Produktion schafft.
Für die Landwirtschaft könnte Agri-PV folgende Vorteile bringen: Die teilweise Beschattung schützt Pflanzen vor intensiver Sonneneinstrahlung und Hitzestress. Gleichzeitig reduziert sie die Wasserverdunstung, sodass die Feuchtigkeit länger im Boden bleibt. Niederschläge können besser aufgenommen und gespeichert werden. Dies unterstützt die Entwicklung eines widerstandsfähigen «Schwammbodens», der bei Starkregen mehr Wasser aufnimmt und dieses während längerer Trockenperioden wieder an die Pflanzen abgibt.
Wie wichtig ein besserer Schutz vor extremen Wetterbedingungen ist, zeigt die diesjährige Ernte auf dem Landgut Weitsicht ®. Aufgrund der grossen Hitze, des heftigen Hagelzugs und des kurzen Starkregens verzeichnete Eva Kollmann bei ihren Kornelkirschen einen hohen Ernteausfall. «Der diesjährige Ernteausfall zeigt deutlich, wie wichtig wirksame Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel für die Landwirtschaft sind. Mit diesem Innovationsprojekt wollen wir anhand von Messwerten, Fakten und konkreten Beobachtungen untersuchen, welchen Beitrag die Anlage zum Schutz unserer Kornelkirschen leisten kann», erklärt Eva Kollmann, Betriebsleiterin des Landguts Weitsicht ®.
Untersuchung der Schutzwirkung unter realen Bedingungen
Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts wird untersucht, wie sich die teilweise Beschattung auf die Kornelkirschen, das Mikroklima, den Wasserhaushalt des Bodens und den landwirtschaftlichen Ertrag auswirkt. Erwartet wird, dass die Module intensive Sonneneinstrahlung und Hitzestress mindern und die Verdunstung reduzieren können. Gleichzeitig liefert das Projekt Erkenntnisse zur technischen Umsetzung und zur Stromproduktion unter realen landwirtschaftlichen Bedingungen.
«Mit diesem Innovationsprojekt wollen wir herausfinden, unter welchen Bedingungen Agri-PV einen echten Mehrwert für Landwirtschaft und Energieproduktion schafft. Die Erkenntnisse auf dem Landgut Weitsicht unter realen Bedingungen helfen uns, Potenzial und Grenzen dieser Technologie für weitere Anwendungen fundiert zu beurteilen», sagt Dr. Julia Wildenhues, Innovationsmanagerin der AEW Energie AG.
Einladung zum Eröffnungsevent
Nach der Fertigstellung wird die AEW die Agri-PV-Anlage im Rahmen eines Eröffnungsevents im Frühling 2027 auf dem Landgut Weitsicht offiziell vorstellen. Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, die Anlage vor Ort zu besichtigen und sich mit den Projektverantwortlichen der AEW sowie Eva Kollmann auszutauschen. Eine separate Einladung mit dem detaillierten Programm und den Anmeldeinformationen folgt.
AEW Energie AG
Unternehmenskommunikation
Was ist Agri-Photovoltaik?
Agri-Photovoltaik, kurz Agri-PV, ermöglicht die gleichzeitige Nutzung einer Fläche für die Landwirtschaft und die Produktion von Solarstrom. Die Solarmodule werden so über oder zwischen den Kulturen installiert, dass die landwirtschaftliche Bewirtschaftung weiterhin möglich bleibt. Die Anlage muss einen konkreten landwirtschaftlichen Vorteil aufzeigen, wie zum Beispiel Schutz vor Extremwetter, Ertragssteigerung oder Qualitätsverbesserung der landwirtschaftlichen Produkte.