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Drei Fragen an: Roland Lüthy, Leiter Power Solutions

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Roland Lüthy, was ist unter einer «integrierten Arealversorgung» zu verstehen – und weshalb wird dieses Thema für Unternehmen und Kommunen immer wichtiger? 

Unter einer integrierten Arealversorgung versteht man die Energieversorgung eines Areals aus einem Guss. Das Projekt Aurica next zeigt das exemplarisch: Strom, Wärme, Kälte und Ladeinfrastruktur werden nicht getrennt betrachtet, sondern als vernetztes Gesamtsystem geplant, gebaut und betrieben. Vor Ort erzeugt z. B. Photovoltaik Strom, Wärmepumpen liefern Wärme und Kälte, Batteriespeicher gleichen Schwankungen aus und Ladepunkte versorgen die E-Mobilität – alles intelligent auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt. Das optimiert Kosten, erhöht den Eigenversorgungsgrad, senkt die Abhängigkeit vom Energiemarkt und stärkt die Versorgungssicherheit. Angesichts steigender Infrastruktur- und Energiepreise sowie wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen bietet die integrierte Arealversorgung zukunftssichere und wirtschaftliche Lösungen. 

Welche Vorteile hat eine zentral organisierte, aufeinander abgestimmte Infrastruktur gegenüber vielen Einzelprojekten? 

Eine zentral organisierte Infrastruktur nutzt Synergien, erhöht die Effizienz und reduziert dadurch im Betrieb langfristig Kosten und Komplexität. Im Gegensatz zu isolierten Einzelprojekten ermöglicht sie eine optimale Integration von Produktion und Verbrauch in ein Gesamtsystem. Dadurch werden nicht nur klimapolitische Anforderungen erfüllt und die Wirtschaftlichkeit wird gesteigert – eine optimierte Infrastruktur trägt auch wesentlich zur Attraktivität eines Standorts für Unternehmen, Investoren und Bewohner bei. 

Wie sieht ein typischer Projektablauf von der ersten Idee bis zum laufenden Betrieb aus? 

Bei der AEW entwickeln wir integrierte Energiestrategien und technisch-wirtschaftliche Konzeptlösungen für Areale aller Art: Industrieparks, Gewerbeareale, Quartiere, Campusgebiete, Logistikstandorte oder öffentliche Infrastrukturen. Ein Projekt beginnt mit der Analyse des aktuellen und des zukünftigen Energiebedarfs. Daraus wird ein Gesamtkonzept entwickelt und die Umsetzung der gewählten Lösung detailliert geplant. Nach der Inbetriebnahme werden im laufenden Betrieb mit Monitoring und kontinuierlicher Optimierung Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit rund um die Uhr Weitere Fragen sichergestellt.

Auf vielen Arealen sind sehr unterschiedlichen Nutzungen geplant. Wie sorgt die AEW dafür, dass das Energiekonzept flexibel bleibt und mit der Arealentwicklung mitwachsen kann?

Die AEW plant Energiekonzepte modular und möglichst technologieoffen, sodass neue Energiequellen oder Nutzer problemlos integriert werden können. Dadurch bleiben Areale langfristig flexibel, anpassungsfähig und zukunftssicher, selbst wenn sich Bedürfnisse, Technologien oder regulatorische Rahmenbedingungen verändern.

Ab welcher Grössenordnung lohnt sich ein Erschliessungskonzept?

Entscheidend sind Komplexität, Energiebedarf und Entwicklungsdynamik. Je mehr Gebäude, Nutzer, Energieformen und zukünftige Ausbauschritte geplant sind, desto früher lohnt sich ein Energiekonzept – oft schon bei der Projektidee.

Bei der Arealerschliessung kommt vieles zusammen: Strom, Wärme und Kälte, Mobilität oder Telekommunikation. Wie wird aus diesen Bausteinen ein Gesamtkonzept? 

Sämtliche Energieflüsse werden standortspezifisch erfasst, analysiert und in der Planung zu einem integriertes Gesamtsystem entwickelt. Ziel ist es, erneuerbare Energien möglichst effizient zu nutzen und gleichzeitig dank Speicherlösungen und Energieumwandlungstechniken den Energiebezug aus dem Netz auf ein Minimum zu reduzieren. So entsteht ein Gesamtsystem, das technisch, wirtschaftlich und ökologisch optimal auf den Standort und seine zukünftige Entwicklung zugeschnitten ist. 

Warum sind Netzinfrastruktur und Trafostationen genauso wichtig wie PV-Anlagen und Ladestationen? 

Sie bilden das technische Fundament einer integrierten und zukunftsfähigen Arealenergieversorgung. Eine optimal ausgelegte Netzinfrastruktur mit Unterwerken, Kabeln und Trafostationen sorgt dafür, dass der Strom zuverlässig verteilt und aufgenommen werden kann. Das wiederum ermöglicht die optimale Einbindung aller relevanten Energiekomponenten, sodass alles zuverlässig versorgt wird und gleichzeitig die Integration von PV-Anlagen, Wärmepumpen, Speichern und Ladeinfrastruktur gewährleistet ist – heute und für zukünftige Erweiterungen. 

Welche Trends prägen die Arealentwicklung in den nächsten 10 bis 20 Jahren? 

Die Arealentwicklung wird in den nächsten 10–20 Jahren durch Klimaneutralität, Umwandlung von Einzellösungen in Energiesysteme sowie Digitalisierung geprägt sein. Elektromobilität, Speichertechnologien und Energie-Versorgungsmodelle aus einer Hand werden sich etablieren, um Effizienz und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

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AEW Energie Kompass - Strategische Energiekonzepte

Die Energieversorgung von Arealen steht heute vor komplexen Herausforderungen: Dekarbonisierung, steigende Energiekosten, regulatorische Vorgaben, zunehmender Strombedarf durch Mobilität und Digitalisierung sowie der Wunsch nach lokaler Energieverwertung. Die AEW Energie AG begleitet Sie proaktiv dabei, aus diesen Herausforderungen konkrete Chancen für Ihr Areal zu machen. Wir stimmen Produktion und Verbrauch von Energie optimal aufeinander ab und vernetzen sämtliche Komponenten der Energieversorgung miteinander als Gesamtsystem.

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