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Drei Fragen an:

 Jan-Peter Tholen, Leiter Building Solutions

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Viele Eigenheimbesitzende beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wie sie ihr Haus fit für die Energiezukunft machen können. Wo sollten sie anfangen: beim Strom, bei der Heizung oder beim Gebäude selbst?

Gerade jetzt ist diese Frage besonders aktuell – auch wegen der Diskussion rund um den Eigenmietwert. Am besten beginnt man aber nicht mit einer Einzelmassnahme, sondern mit dem Gesamtbild. Entscheidend ist nicht nur, was heute passt, sondern auch, was künftig geplant ist: Kommt später eine Wärmepumpe dazu, wird ein Elektro auto angeschafft oder steigt der Strombedarf aus anderen Gründen? Diese Perspektive ist wichtig, damit Heizung, Stromverbrauch und Photovoltaik sinnvoll aufeinander abgestimmt sind – und z. B. die Solaranlage von Anfang an passend ausgelegt wird.

Solarstrom vom eigenen Dach wird immer beliebter. Wie können Eigenheimbesitzende möglichst viel dieser Energie selbst nutzen – und welche Rolle spielen dabei Batteriespeicher oder intelligente Steuerungen?

Der grösste Hebel ist meist der Batteriespeicher: Er verschiebt Energie vom Tag in die Nacht und erhöht den Eigenverbrauch deutlich. Ebenso wichtig ist eine intelligente Steuerung, die stromintensive Geräte wie Wärmepumpe, Boiler oder Ladestation miteinander vernetzt. So wird Solarstrom möglichst effizient genutzt – und das Haus bleibt auch für künftige Bedürfnisse gerüstet.

Viele Hausbesitzer befürchten hohe Kosten oder komplizierte Projekte. Wie lässt sich eine energetische Modernisierung Schritt für Schritt angehen?

Wichtig ist, das Gesamtkonzept von Anfang an sorgfältig zu planen – auch wenn die Umsetzung später modular und schrittweise erfolgt. So lassen sich die einzelnen Massnahmen sinnvoll aufeinander abstimmen und Investitionen über mehrere Jahre verteilen. Empfehlenswert ist ein Anbieter, der gewerkübergreifend arbeitet – dann müssen Hausbesitzende verschiedene Handwerker nicht selbst koordinieren, sondern können das den Profis überlassen.
 

Wer heute sein Einfamilienhaus modernisieren möchte, steht vor vielen Möglichkeiten – von Wärmepumpe über Photovoltaik bis zum Batteriespeicher. Wie wichtig ist ein Gesamtkonzept für Energieerzeugung, -verbrauch und Steuerung im Gebäude?

Ein Gesamtkonzept ist zentral. Die einzelnen Bausteine funktionieren zwar auch separat, ihren grössten Nutzen entfalten sie aber im Zusammenspiel. Wenn Erzeugung, Verbrauch und Steuerung aufeinander abgestimmt sind, steigt die Effizienz und die Investitionen wirken nachhaltiger. So wird aus mehreren Einzelmassnahmen ein stimmiges Energiesystem.

Viele fragen sich: Lohnt sich ein Batteriespeicher heute schon? Welche Faktoren sollten Hausbesitzende bei der Entscheidung berücksichtigen?

Immer öfter ja. Die Rückliefertarife sind vielerorts so tief gesunken, dass sich Solaranlagen mit Batteriespeicher schneller amortisieren als solche ohne. Und die Entwicklung geht weiter: Der Verkauf von Solarstrom wird tendenziell weniger attraktiv, während der Eigenverbrauch an Bedeutung gewinnt. Genau dort setzt der Batteriespeicher an – indem er Energie in die Abend- und Nachtstunden verschiebt und so den selbst genutzten Solarstromanteil deutlich erhöht.

Moderne Energiesysteme liefern viele Daten zum Verbrauch, zur Produktion oder zum Zustand der Anlage. Wie können diese Daten konkret helfen, Energie und Kosten zu sparen?

Daten machen sichtbar, was sonst im Verborgenen bleibt. Man erkennt zum Beispiel, wann besonders viel Strom verbraucht wird, ob die Solaranlage wie erwartet arbeitet oder wo unnötige Lasten entstehen. So lassen sich Einstellungen optimieren und Probleme frühzeitig erkennen. Das spart im besten Fall nicht nur Energie, sondern auch Betriebskosten.

Ganz praktisch gefragt: Mit welchem ersten Schritt können Eigenheimbesitzende den Energieverbrauch ihres Hauses am einfachsten reduzieren?

Der wichtigste erste Schritt ist eine gute, strukturierte Bestandsanalyse. Auf dieser Basis lässt sich individuell entscheiden, wo die sinnvollsten Hebel liegen. Gerade bei der Wärme ist das Potenzial besonders gross: Rund drei Viertel des Energieverbrauchs im Haus entfallen auf Heizung und Warmwasser. Wer dort gezielt ansetzt, erzielt meist die grösste Wirkung.

Welcher Irrtum rund um Smart Homes oder eigene Energieversorgung begegnet Ihnen in der Praxis am häufigsten?

Ein häufiger Irrtum ist, dass mehr Technik automatisch mehr Effizienz bedeutet. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Geräte, sondern ob sie sinnvoll zusammenarbeiten und richtig eingestellt sind – das ist kein Selbstläufer. Damit ein Energiesystem im Alltag optimal funktioniert, braucht es eine sorgfältige Abstimmung der einzelnen Komponenten. Ein Gesamtenergieanbieter kann dabei helfen. Ebenso wichtig ist die Betriebsphase: Das System sollte regelmässig überprüft und bei Bedarf nachjustiert werden – idealerweise über Fernmonitoring. Nur so entsteht dauerhaft echter Mehrwert.

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