Das ist entscheidend
Solarstrom wird beispielsweise tagsüber erzeugt – also genau dann, wenn (insbesondere im Sommer) oft ein Überangebot an Strom besteht. Und weil immer mehr wetter abhängige Energie produziert wird, wird es auch schwieriger, das Stromnetz stabil zu halten. Fliesst zu viel oder zu wenig Strom ins Netz, führt das zu Frequenzschwankungen und schlimmstenfalls zu einem Blackout. Um Schwankungen auszugleichen, braucht es sogenannte Regelenergie. Bisher übernahmen in der Schweiz hauptsächlich die grossen Pumpspeicherkraftwerke diese Pufferfunktion: Wasser wird mit Überschussenergie in einen Speichersee gepumpt und wieder abgelassen, wenn der Stromverbrauch steigt und die Frequenz sinkt. Batteriespeicher ergänzen die Speicherseen und sorgen so für mehr Flexibilität.
Leistungsbewirtschaftung im Gewerbe
Eine mittelgrosse Batterie glättet hohe Spitzenlasten, wenn zum Beispiel mehrere E-LKW gleichzeitig geladen werden. So lässt sich der bestehende Netzanschluss auch ohne teuren Netzausbau optimal nutzen. Mit einem auf den Betrieb angepassten Energiemanagementsystem können Lastspitzen reduziert und der Strombezug aus dem Netz geglättet werden. Batterien mit einer Kapazität von mehreren hundert kWh und entsprechender Leistung werden eingesetzt
Eigenverbrauch im Einfamilienhaus
Ein Batteriespeicher im Keller speichert überschüssigen Solarstrom, wenn die PV-Anlage mehr produziert, als gerade verbraucht wird. Am Abend oder nachts gibt er die Energie wieder ab. Dadurch steigt der Eigenverbrauch: Es wird weniger Strom aus dem Netz bezogen und es fliessen weniger Überschüsse zurück ins Netz. Wird der Speicher nicht am Morgen geladen, sondern über den Mittag, helfen Speicher die Belastung des Verteilnetzes zu reduzieren. Meist werden Batterien mit einer Speicherkapazität von 10–60 kWh und einer abgestimmten Leistung zur jeweiligen PV-Anlage eingesetzt.
Stabilisierung des Stromnetzes
Ein Battery Energy Storage System (BESS) kann innerhalb von Sekundenbruchteilen riesige Mengen Strom aufnehmen und ebenso schnell wieder abgeben. Damit stützt es das Netz, wenn Angebot und Nachfrage auseinanderklaffen. Solche Systemdienstleistungen werden zunehmend durch BESS erbracht. Zudem können grosse Energiemengen gespeichert und die Systeme so für den kurzfristigen Energiehandel genutzt werden. Es kommen Batterien mit Speicherkapazitäten im Bereich von 1–1 000 MWh und Leistungen im Megawatt-Bereich zum Einsatz. Systeme dieser Grösse werden wie Kraftwerke ins Netz integriert.